Rekonstruktionszeichnungen – Joshua Kempen, Forschungsseminar Genius Loci (unter der Leitung von Koenraad Van Cleempoel), Fakultät für Architektur und Kunst, UHasselt, 2025
Ein Beginenhof im Wandel
Im Jahr 2025 öffnet der restaurierte Beginenhof wieder seine Pforten. Das Projekt, das von der Provinz Limburg in Auftrag gegeben und von Bovenbouw Architectuur (BE) sowie David Kohn Architects (UK) entworfen wurde, geht weit über die bloße Restaurierung der Beginenhofhäuser hinaus. Ein neuer moderner Turm, der für Besucher zugänglich ist, verbindet den Hof mit der Skyline von Hasselt.
Heute sind die Ruinen der Kirche ein öffentlicher Platz und ein Treffpunkt. Die Beginenhofhäuser strahlen als Sitz der Fakultät für Architektur und Kunst der UHasselt wieder Kreativität und Wissen aus. In der einst so geschlossenen Mauer mit nur einem Tor wurde nun ein zweiter Durchgang geschaffen, wodurch der Beginenhof zum neuen grünen Herzen der Stadt Hasselt geworden ist, zwischen dem neu gestalteten Z33 und dem Jenevermuseum.
Beginenhof um 1780
Zwischen 1707 und 1763 bauen die Beginen Häuser am linken Ufer (rechts auf der Zeichnung) der Neuen Demer. Im Jahr 1754 errichten sie in der Mitte ihres ummauerten Hofes eine prächtige Barockkirche. Ein kleines Tor in der Mauer gewährt Zugang zum Hof.
Beginenhof um 1842
Im Jahr 1780 erhält der Beginenhof ein stattliches Torhaus, genau in der Achse der Kirche. Damit ist der Beginenhof vollständig. Nach der Französischen Revolution erhält vor allem das rechte Ufer neue Funktionen, als Kloster, Jungenschule und Waisenhaus. Im Jahr 1886 stirbt die letzte Begine.
Beginenhof um 1900
Im Jahr 1885 übernehmen die Brüder der Nächstenliebe die Schule. Zwischen ihrer Schule und der Beginenhofkirche bauen sie eine überdachte Galerie. Im Jahr 1939, ein Jahr nachdem die Provinz das Gelände übernommen hat, wird der Beginenhof unter Denkmalschutz gestellt. Im Jahr 1944, während des Zweiten Weltkriegs, wird die Kirche bei einem Bombenangriff zerstört
Beginenhof um 1958
Die bombardierte Kirche bleibt nach dem Krieg eine Ruine. Aber die Provinz Limburg restauriert die Häuser. Im Jahr 1946 öffnet die Provinzbibliothek Limburg ihre Türen. Inspiriert von der Expo 58 baut die Provinz eine neue Kunststätte für zeitgenössische Kunst. Daraus entwickelt sich später das Z33. In einigen der Häuser werden Künstlerateliers eingerichtet.
Der erste Beginenhof außerhalb der Mauern
In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts entwickelt sich Hasselt zu einer bedeutenden Stadt, die ab 1280 über eine Stadtmauer verfügt. Außerhalb dieser Mauern leben bereits vor 1245 Beginen in einem kleinen Beginenhof. Im Jahr 1567 kommt es in Hasselt zu gewalttätigen Ausschreitungen. Protestantische „Bilderstürmer“ zerstören Heiligenbilder und Verzierungen in den Hasselter Kirchen, Klöstern und Kapellen. Auch der Beginenhof wird verwüstet.
Wallfahrtswimpel aus dem 17. Jahrhundert von Niklaas Sigers (aus BRUYLANT E., La Belgique illustrée, 1890).
Der alte Hof in der Stadt
Die Beginen beginnen von Neuem. Im Jahr 1571 ziehen sie ins Zentrum von Hasselt, wo sie bereits Grundstücke besitzen. Dort errichten sie im Jahr 1573 eine neue Kirche. Da ihre Gemeinschaft wachst, erwerben sie ab 1616 Grundstücke entlang der Neuen Demer. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts errichten sie dort am linken Ufer den dritten und heutigen Beginenhof.
Stadtplan von Hasselt, um 1730 - Kunstsammlung der Provinz Limburg